Freilandmuseum Lehde: Leben, wie im 19. Jahrhundert

Im Spreewald liegt das Freilichtmuseum Lehde. Hier steht ein Dorf aus dem 19. Jahrhundert

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Wie sah das Leben im 19. Jahrhundert im Spreewald aus? Wie lebte man? Was arbeiteten die Menschen? Antworten findet man im Spreewaldmuseum Lehde. Der Ort nahe Lübbenau ist ein Inseldorf. Die Häuser stehen auf Kaupen, kleinen Sandinseln. Viele sind nur per Kahn zu erreichen. Der ganze Ort war im letzten Jahrhundert übrigens nur per Kahn zu erreichen.

Das Museum ist das älteste Freilandmuseum Brandenburgs und bietet einen Einblick in das Leben der sorbischen und deutschen Spreewaldbewohner. Aus verschiedenen Regionen des Spreewaldes wurden Hofanlagen zusammengetragen und hier wieder aufgebaut.

Besuch im Freilichtmuseum Lehde im Spreewald

 

Die Häuser des Museums sind eingerichtet

Insgesamt gibt es drei historische Spreewaldgehöfte zu sehen. Durch Erklärungen der Mitarbeiter und Infotafeln bekommt man einen guten Einblick in das Leben im Spreewald.

Das Leben in Lehde im 19. Jahrhundert

Das Leben in Lehde war im 19. Jahrhundert noch von den Jahreszeiten bestimmt. Immer wieder gab es Überschwemmungen. Hinzu kam die räumliche Enge. Die Einwohner arbeiteten auf den verstreut und nur schwer erreichbaren Anbauflächen zwischen den Fließen. Man lebte von Landwirtschaft, Viehhaltung, Fischerei, Leineweberei und der Herstellung von Körben. In den Häusern lebten bis zu 15-köpfige Familien. Meist waren es drei Generationen, die hier gemeinsam lebten. Die Häuser waren sogenannte Wohnstallhäuser aus Ebenholz. Die Dächer waren mit Stroh und Reet gedeckt. Starke Dorfgemeinschaften entstanden im Spreewald. Gemeinsam nutzte man das Backhaus, bestellte die Felder, baute und reparierte, pflegte die Fließe.

Warum Kähne so wichtig sind

Wichtig für den Bewohner waren Kähne. Wurden die dazu nötigen Bäume zunächst noch von der Dorfgemeinschaft geschlagen und ausgehöhlt, sodass Einbäume entstanden, machten danach Kahnbauer diese Arbeit: Gebaut wurden die neuen Kähne aus Kiefern. Die gesägten Bretter wurden zunächst zwei Jahre getrocknet. Über Feuer wurden die 9 Meter langen Bretter dann gebogen.  Im Museum zu sehen ist eine Werkstatt von 1905. Bis 1930 war sie in Betrieb.

Der Spreewald ist durch sein langsam fließendes Wasser ein guter Lebensraum für Karpfen, Aal, Barsch, Wels und Hechte. Sie waren auch der Grund warum die Gegend des heutigen Lehde besiedelt wurde.

Die Fischerei war bis Mitte des 19. Jahrhunderts eine der wichtigsten Erwerbsquellen.

Das Museum ist das älteste Freilandmuseum Brandenburgs

Auch ein Bauernhof von um 1920 ist zu sehen. Hier gibt es nun ein Wohnhaus statt des Wohnstallhauses. Eine extra Stallscheune, Schweinestall, Backhaus und Nebengebäude entstanden. Hier beginnt die wirtschaftliche Blütezeit Anfang des 20. Jahrhunderts. Der Spreewald wurde in dieser Zeit zum Zentrum des Gemüseanbaus. Gurken- und Meerrettich-Produktion entstehen, bieten eine neue Einnahmequelle. Ebenso der Fremdenverkehr. Und heute? Heute ist der Tourismus fast alleine die Haupteinnahmquelle im Spreewald.

DREHORT-TIPP: Im Jahr 2007 fanden auf dem Gelände des Museums Dreharbeiten zum Film Frau Holle (u.a. mit Herbert Feuerstein) statt.

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