Bergwerk Rammelsberg: Mit dem Zug in den Berg | Harz

Das Bergwerk Rammelsberg im Harz ist ein Besucherbergwerk und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

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Wir fahren jetzt in den Harz – Berg ein. Sagt jedenfalls unser Führer. Dabei gehen wir zu Fuß. Aber er wird es schon Recht haben mit dem Einfahren, denke ich. Schließlich ist ein ehemaliger Bergmann. Die Lösung erzählt er selbst: Hier im Bergwerk Rammelsberg benutzt man die Bergmannssprache. Egal wie ein Bergmann sich im Bergwerk fortbewegt, erklärt er, der Bergmann nennt es immer „einfahren“. Und damit man sich schon wie ein „richtiger“ Bergmann fühlen kann, tragen alle in unserer Gruppe, wir sind heute die 11-Uhr-Führung, einen gelben Helm. Den gibt es allerdings eigentlich weniger wegen des touristischen Ambiente. Der Helm ist im Bergwerk Pflicht. Aus Sicherheitsgründen.

1988 wurde das Bergwerk Rammelsberg stillgelegt

Wir sind südlich der Stadt Goslar im Harz. Das Erzbergwerk Rammelsberg war ein Bergwerk in dem Buntmetalle aus dem Boden geholt wurden. Richtig wäre „aus dem Berg geholt“. Denn der Rammelsberg ist ein Berg. Und der ist durchzogen von Stollen zum Erzabbau.

1988 war das Bergwerk nach über 1000 Jahren nahezu ununterbrochenen Bergbaus stillgelegt worden. Inzwischen ist es ein Besucherbergwerk und gehört seit 1992 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Tagesanlage mit Zug

Unseren Pkw hatten wir hinter der Anlage auf dem großen Parkplatz des Bergwerks geparkt und waren dann durch den Haupteingang rein ins ehemalige Verwaltungsgebäude. Da ist heute der Eingang samt Kassenanlagen. Die Anlagen über Tage sind beeindruckend. Halle an Halle, oben auf dem Berg der Förderturm, Schienen führen in den Schlund, der den Eingang in der Berg bildet.

Mehrere Touren im Rammelsberg sind möglich

Die Tagesanlagen wurden zwischen 1932 bis 1945 modernisiert und zum großen Teil neu errichtet. Da die Nationalsozialisten die Buntmetallerze als kriegswichtig ansahen, ließen sie die Anlage stark ausbauen. Hallen, Hangaufbereitung und Rammelsbergschacht entstanden, übrigens gebaut von den gleichen Architekten, die auch die Zeche Zollverein im Ruhrgebiet errichteten.

An der Kasse kann man verschiedene Touren wählen. Schwierige und leichte. Wir wählen die mit der einer Zugfahrt und kurzem Fußweg. Sie ist auch für Rollstuhlfahrer geeignet, steht im Prospekt.

Im Stollen

In der Waschkaue, dem Raum, wo sich früher die Bergleute umzogen, warten wir auf unseren Führer durchs Bergwerk. Vor den Hallen am Berghang erzählt er uns dann aus der Geschichte des Bergwerks und der Arbeit hier. Jede Menge Stollen gibt es im Berg, erklärt er. Alle liegen auf verschiedenen Stufen. Es geht tief runter, da wo man das Erz rausholte.

Ein kleiner gelber Zug wartet auf uns. Wir quetschen uns in die Wagen, sitzen nebeneinander auf harten Eisenbänken. Die Türen werden geschlossen. Fenster gibt es keine. Es ist eng und dunkel im Wagen. So sind die Bergleute früher hier zur Schicht eingefahren. Der Zug rumpelt los.

500 Meter in den Berg

Rein geht es in den Schlund, den wir schon gesehen hatten. Wir werden ordentlich durchgerüttelt auf den Schienen, die in den Berg führen. 500 Meter fahren wir weit. Dann stoppt der Zug. Es geht zu Fuß weiter. Nicht allzu weit im feuchten Stollen, der beleuchtet ist, stehen wir am Förderturm. Hier fuhren früher die Bergleute tiefer runter zu ihrer Arbeitsstätte. Wir allerdings bleiben in unserem Stollen. Dann geht es weiter in einen anderen, schmaleren Stollen, der extra für die Führung eingerichtet scheint.

Unser Führer demonstriert hier die verschiedenen Arbeiten unter Tage. Mit dem Presslufthammer wird es sehr laut. Dort wird eine Sprengung simuliert, weiter hinten zeigt er, wie Maschinen Stein wegräumen.

Nach einer Stunde stehen wir wieder im Tageslicht. In mehreren Hallen gibt es Ausstellungen. Es geht um die Geschichte des Bergbaus in Goslar, um Politik und Handwerk. Und auch Kunst.

Gemütlich lehne ich mich im Casino, dem Restaurant des Rammelsberg, in den Stuhl zurück. Das Essen schmeckt. Weiter hinten sehe ich den kleinen gelben Zug. Er fährt in den dunklen Schlund ein. Die nächste Führung hat begonnen.

INFO

WELTKULTURERBE RAMMELSBERG
BERGTAL 19
38640 GOSLAR

TEL.: +49 5321 750-0
E-MAIL: INFO@RAMMELSBERG.DE

Öffnungszeiten

Winter
November bis einschließlich März täglich geöffnet zwischen 9.00 und 17.00 Uhr; die letzte Führung startet um 15.30 Uhr

Sommer
April bis einschließlich Oktober täglich geöffnet zwischen 9.00 Uhr und 18.00 Uhr, die letzte Führung startet um 16.30 Uhr

Eintrittspreise
Museum 9.-
Museum plus Führungen ab 16.-

HarzCard: freier Eintritt

 

 

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Bergwerk Rammelsberg: Mit dem Zug in den Berg | Harz
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Bergwerk Rammelsberg: Mit dem Zug in den Berg | Harz
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Das Bergwerk Rammelsberg in Goslar im Harz: Ein kleiner gelber Zug wartet auf uns. Wir quetschen uns in die Wagen, sitzen auf harten Eisenbänken.
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