Das Museum Uphagen-Haus in Danzig

Am Königsweg in Danzig liegt dieses ehemalige Wohnhaus, das Uphagen Haus. Heute ist es Museum

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Am Königsweg in Danzig liegt dieses ehemalige Wohnhaus, das Uphagen Haus. Heute ist es Museum. Im Uphagen-Haus, dem bekanntesten Museums-Haus in Danzig, ist die Zeit stehen geblieben. Alles voller Prunk. heißt es. Ich betrachte die herrliche Fassade mit dem Portal aus Sandstein und trete ein.

1775 erwarb der Danziger Kaufmann und Ratsherr Jan Uphagen ein altes Haus an der Langen Gasse in Danzigs Rechtstadt. Schräg gegenüber dem Rathaus errichtet, versprach sein Neubau eines Wohnhauses beste Lage. Uphagen ließ Elemente des Spätbarock, Rokoko und Klassizismus in dem Bürgerhaus, das er in den folgenden Jahren bauen ließ, einfließen. Eines der schönsten Patrizierhäuser der Stadt entstand – ein Haus mit dem Wappen der Famie Uphagen an der Fassade, das so schön war, dass die Familie entschied, es zu erhalten, wie es aussah. Schon 1910 wurde das Bürgerhaus Museum.
´Die Altstadt von Danzig: Im Uphagen-Haus
Die Fassade des Uphagen-Haus zur Langen Gasse
Der große Speisessaal
Bis in die Zeit des 2. Weltkrieges hinein besichtigte die Danziger Gesellschaft das Museumshaus, das unverändert zeigt, wie man zu Goethes Zeit gelebt, gewohnt hat. 1942 lagerte man Einrichtungsgegenstände aus – teilweise sind sie nie wieder aufgetaucht. 1945 brannte das Haus ab.

Das Uphagen-Haus ist rekonstruiert

Das Haus, das ich betrete, ist – wie fast alles in Danzig – nicht original. Nach dem Krieg von Polen wiederaufgebaut wie im Originalzustand, man nahm dabei alte Fotos zur Hilfe, sieht es heute (Ende der 90er Jahre wurde das Uphagenhaus mit Hilfe der deutsch-polnischen Gesellschaft endgültig fertiggestellt) aus, wie im 18. Jahrhundert.
Ich will ehrlich sein. Im Haus habe ich mich zunächst nicht gefühlt wie ein Ratsherr oder Kaufmann aus dem 18. Jahrhundert. auch nicht wie ein Hausdiener. Sicherlich, alles sieht aus wie vor 200 Jahren – aber das Wissen, das dies alles rekonstruiert ist, schadete zunächst der Illusion. Dennoch ist das Uphagenhaus das wohl lohnenswerte Museum der Stadt. Als “Werter Herr” versuche ich mich dann doch der Illusion hinzugeben.

Blick aus der Teestube auf die Arbeiter

Unten die Diele. An der Seite führt eine in die oberen Stockwerke führt. Ein Nebenraum – dort war vermutlich ein Kontor. In der ersten Etage Fenster, die den Blick in die Diele gestatten. Dort liegt die Teestube. Eine sogenannte Hangelstube. Der Blick auf Besuch oder die Arbeit in Kontoräumen und Diele waren so möglich.
Ruhe im Innenhof
Vorbei an einer Fotoausstellung zur Westerplatte geht es in die repräsentativen Räume. Im Speisesaal bemalte Paneelen – sie zeigen romantische Ruinen und beschauliche Landschaften, Wandnischen mit Medaillons, dekoriert mit Blumengirlanden und Motiven aus der Antike und militärischen Szenen, verzierte Vorhänge – hier wollte der Besitzer seinen Gästen seinen Reichtum zeigen. Das wird auch bei dem heute kargen Rest-Mobiliar klar.

Insekten- und Blumenzimmer

Zwei Durchgangszimmer, das sogenannte Insekten- und das Blumenzimmer – genannt so wegen ihrer Wandtäfelung, führen in das Musikzimmer. Der kleine Speisesaal ist der vielleicht schönste Raum im Uphagenhaus. Früchte und Blumen zieren die Wände, dazu Vogel- und Pflanzenmotive. Es sind die fröhlichen Farben, die diesem Raum einen Reiz geben. Betrachtet man den gedeckten Tisch in der Mitte des Saals, so kann man in der Phantasie sehen, wie die unscheinbare Tür an der Seite sich öffnet. Diener bringen das festliche Essen. Irgendwo spielt jemand auf dem Klavier, aus dem Innenhof dringt das Geräusch von Pferdehufen auf Pflastersteinen durch das einen Spalt weit geöffnete Fenster.

Wo die Köchin wirtschaftete

Die Treppe führt nun hoch zu den Schlafgemächern, die verschlossen bleiben. Abwärts führt die Treppe in die Küche mit dem gewaltigen Herd. Aus der Welt voller Prunk und Reichtum nun das Gegenteil. Hier hat die Köchin gewirtschaftet, sich das Leben des Personals abgespielt.
Ein Tür führt in den kleinen Innenhof. Hinter der Mauer führt eine belebte Straße entlang. Durch das Tor zogen Pferdefuhrwerke herein. Sie brachten die besten Lebensmittel für das standesgemäße Leben der Uphagens. Draußen, auf der langen Gasse, scheint jetzt die Sonne. Es wird wärmer. “Lebe er wohl”, höre ich die Stimme Jan Uphagens hinter mir. “Hat mir bei Ihnen gefallen”, murmele ich dankbar zurück.

Uphagen-Haus
Dlug

 

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