Die Geister-Rikscha im PHANTASIALAND | Hast Du das gewusst?

Die Geister-Rikscha ist das älteste Fahrgeschäft im Phantasialand Brühl. Doch was gibt es bei der Fahrt durch die Geisterbahn zu sehen?

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Wenn Du schon mal im Freizeitpark Phantasialand warst, dann bis Du bestimmt mit der Geister-Rikscha im Themenbereich Chinatown gefahren. Die Geister-Rikscha ist das älteste Fahrgeschäft im Phantasialand Brühl. Doch was gibt es bei der Fahrt durch die Geisterbahn zu sehen? Meist sitzt man ratlos in der Grusel-Rikscha. Doch die Szenen lassen sich erklären.

Meine Interpretation der Fahrt
1. Die erste Szene zeigt einen Riesen

Das ist der Todesgott Yama; bzw Yánluó, der Herrscher über das Jenseits (Diyu) sowie Aufseher über die „Zehn Könige der Hölle“.  Yama  regiert die die Unterwelt. Diyu ist in der chinesischen Mythologie das Reich der Toten, das „Erdgefängnis“.

Hier wacht der Gott der Unterwelt

Besuchern der Unterwelt teilt Yama mit, welchen der Schicksalspfade er zu beschreiten hat. Das entscheidet sich nach der Summe seiner guten und schlechten Taten. Nach Yamas Urteil werden die Toten entweder in den Himmel oder in ein Labyrinth von Ebenen und Kammern der Unterwelt geleitet, um dort für ihre Sünden zu büßen.

Yama hat eine Schar von Boten. Das sind wohl die drei Figuren, die um den Riesen herumstehen. Im Hintergrund sieht man eine Art Gefängnis mit weiteren Figuren.

Die Gondeln fahren nun abwärts nach Diyu. Es gibt Kammern, wohin die Seelen nach ihrem Tode gebracht werden, um für ihre Sünden, die sie zu Lebenszeiten begingen, zu büßen. Hier gibt es in der Mythologie auch 10 Unterweltsgerichtshöfe.

2. Berglandschaft-Szene
Geister, Gnome, Dämonen und Monster kommen aus vielen verschiedenen Löchern und Höhlen, verschwinden dann wieder. Man sieht die „Brücke der Hilflosigkeit“, eine Brücke, die jede Seele überqueren muss, bevor sie die Unterwelt betritt, geradeso wie der Fluss Styx in der griechischen Mythologie.

3. Szene: Drachen, der gegen einen Krieger kämpft
Kaum ein anderes Fabelwesen spielt in der chinesischen Mythologie eine so große Rolle wie der Drache. Sie kommen  in den verschiedensten Größen und Arten vor. Allerdings sind Drachen immer gut.

Im Reich der Toten

4. Die  Friedhof-Szene
Skelette, Spinnen, Echsen und wackelnde Grabsteine. Wir sind in Diyu, dem Reich der Toten, der „Unterwelt“ angekommen. In der chinesischen Mythologie wird das Totenreich geschildert als Irrgarten unter der Erde mit verschiedenen Ebenen und Kammern, wohin die Seelen nach ihrem Tod gebracht werden.

Wir durchfahren Fengdu, eine Geisterstadt. Hier muss der Tote sieben Prüfungen bestehen, um „weiterreisen“ zu dürfen

5. Szene: Ein Baum mit Gesicht 
Davor sind drei Köpfe im Moor zu sehen. Sie singen ein Lied in chinesischer Sprache.

In Disneylands Haunted Maison sind es übrigens singende Dichterköpfe, die dort Gruselstimmung verbreiten. Eigentlich nämlich ist die Geister-Rikscha eine Kopie des Haunted Mansion, 1969 im Disneyland in Anaheim eröffnet. Gleich sind die Gondeln, die sich zu den Szenen drehen, rauf und runter über mehrere Etagen fahren. Elf Jahre später zog das Phantasialand mit der Geister Rikscha nach. Hier gibt es allerdings die asiatische Thematisierung.

Drachen, die Krokodile waren

6. Kämpfende Drachen-Szene
Die mit Schwertern gegeneinander kämpfen Drachen sind zwei Figuren, die früher als Krokodile im später abgebrannten Tanakra Theater standen (dort tanzten sie). Sie wurden 1998 in die Geister-Rikscha umgesiedelt. Später bekamen die Krokodile Drachenköpfe. Bis 1997 war an dieser Stelle übrigens ein Krake zu sehen.

7. Szene: Das Seeräuberschiff
Hier fahren chinesische Geister und Skelette auf einem ein Schiff durch ein Unwetter.

8. Die Schatzhöhlen-Szene
Die Szene zeigt verschiedene chinesische Figuren, die einen Schatz bergen, der auf dem Boden liegt. Über der Szene schwebt ein Geist. Dieser Geist hält einen Stab in der Hand.  Cai Shen ist der chinesische Gott des Reichtums. Er wird oft während des Chinesischen Neujahrsfestes angerufen und wird oft mit einem Stab in der Hand dargestellt. Diese Szene könnte also mit dem Gott des Reichtums zu tun haben – oder sie ist einfach nur die Entdeckung eines Schatzes…

Bis Ende 2001 war hier ein Mann in einer Rikscha zu sehen, der durch eine dunkle Landschaft bzw Nebel fuhr und sich dabei von einer anderen Figur ziehen ließ. Dabei war in der Ruf „He, he  ho!“ zu hören. Die Szene war bei Phantasialand-Fans Kult!

Das Geisterfest

9. Es geht zurück auf die Erdoberfläche. 
Das “Geisterfest” beginnt, das „Tor zur Hölle“ steht offen. Wir fahren aufwärts.

10. Die Geisterfest-Szene
In der chinesischen Kultur ist der 7. Monat der Geistermonat (Gui Yue). Die Verstorbenen aus der Unterwelt dürfen nun die Lebenden besuchen. Eine Figur mit vier Händen ist vor einer Treppe mit einem Tor zu sehen. Sie hält zwei Masken, eine lachende und eine weinende. Sie zeigt den Geistern an, wer auf die Erdoberfläche darf (lachende Maske) und wer nicht (weinende Maske).

Denn, so die chinesische Mythologie, die Geister in der Unterwelt haben Hunger. Die Lebenden stellen ihnen, als Zeichen, dass sie die Toten nicht vergessen haben, Speisen und Opfergaben hin. Nur ein Geist an den die Familie noch denkt, darf die Unterwelt an diesem tag verlassen. Die Vergessenen müssen in der Unterwelt verweilen.

Die Gondeln durchqueren ein Haus, man sieht ein Festmahl, Figuren spielen Instrumente, im Keller tanzen Geister. Die Geister die im Keller tanzen, sind auf dem Weg zu ihrer Familie.

Die Anhalter

11. Die Anhalter-Szene
Drei Geister sind nun als „Anhalter“ zu sehen. Sie wollen zurück in das Reich der Lebenden und bitten um Mitfahrgelegenheit in der Gondel. In einem Spiegel entsteht anschließend der Eindruck, dass die Geister nun zusätzlicher Fahrgast in der Gondel sind. Sie fahren mit ins Reich der Lebenden zurück.

12. Schlussszene
Wieder ist der Gott der Unterwelt, Yama, zu sehen. Er will verhindern, dass die Geister zurückkehren. Aber Menschen (?) haben ihn gefesselt. Wir gelangen nun mit den Gondeln wieder an die Erdoberfläche, sind zurück aus der Unterwelt.

Geister-Rikscha Infos

Die Geister-Rikscha ist ein im Juni 1981 eröffneter Dark Ride. Die Fahrt verläuft weitgehend unterhalb des Themenbereichs China Town und gilt als die längste unterirdische Themenfahrt Europas. Zudem ist die Geister Rikscha das älteste aktive Fahrgeschäft im Phantasialand.

1997, 2002 und 2015 wurden einige Szenen ausgetauscht und der Wartebereich überarbeitet.

Der Dark Ride wurde von der Schwarzkopf GmbH hergestellt, ein Endlosfahrsystem mit 100 Gondeln für jeweils drei Personen. Die Strecke ist 250 Meter lang. Die Fahrt dauert acht Minuten. Es ist die einzige Anlage mit diesem Fahrsystem die Schwarzkopf baute.

Phantasialand Gründer Gottlieb Löffelhardt hatte starken Einfluss auf die Entwicklung und die Gestaltung von Geisterbahnen. Zu Löffelhardts transportablen Fahrgeschäften – er war zuvor Schausteller – gehörte früher auch eine Geisterbahn mit dem Namen “Geister-Rikscha”. Diese transportable Geisterrikscha ließ er 1970 bei Mack bauen. Sie hatte schon einige Elemente, die Löffelhardt später auch in der Phantasialand Geister-Rikscha ähnlich bauen ließ. Löffelhardt hatte diese Geisterbahn von 1970-1974 auf Volksfesten betrieben.

 

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