Der Königssee: Ein Gebirgssee wie ein Fjord

Der Königssee liegt wie ein skandinavischer Fjord im Schatten des Watzmann bei Berchtesgaden. Eine Bootsfahrt darauf ist ein Erlebnis

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Von Berchtesgaden führt die Straße nach Schönau. Das ist sozusagen der Hafen des Königssees. Im Ort ist man auf den täglichen Touristenansturm, vor allem Asiaten scheinen den Gebirgssee zu lieben, vorbereitet.

Dieser Gebirgssee ist wie ein skandinavischer Fjord. 7 Kilometer lang, knapp über einen Kilometer breit, 190 Meter tief und an den Seiten begrenzt durch gewaltige Bergwände. Der Königssee nahe Berchtesgaden ist eine Touristenattraktion der 1. Klasse. Man muss einfach da gewesen sein. Und: Man muss einfach mit dem Boot auf diesem Königssee gefahren sein.

Riesige Parkplätze am Rande des Ortszentrums lassen ahnen, mit welchen Touristenmassen man hier im Sommer rechnet. Zum Bootsanleger geht es durch die Fußgängerzone, eher eine Aneinanderreihung von Cafés und Andenkenläden. Dann heißt es Schlange stehen. Am Bootsanleger haben heute 3 Kassen geöffnet. Vor jeder hat sich an diesem eher ruhigen Vormittag eine Schlange von fast 15 Meter gebildet. 19 Euro kostet die komplette Tour.

Ein Gebirgssee wie ein Fjord

 

Schneebedeckte Watzmann Wand

18 Elektromotorboote gleiten über den Königssee

18 Boote fahren auf dem See. Schönau nach Salet mit Zwischenstopp an Sankt Bartholomä, sagen die Hinweisschilder. Auf jedes der kleinen Boote passen 90 Passagiere. Sie fahren laut Plan im 30 Minuten-Takt. Mir kommt es vor, als ob alle 5 Minuten ein Boot ablegt oder ankommt. Die Boote fahren geräuschlos. Es sind Elektromotorboote. So fahren sie schon seit 1919. Schon damals entschied man sich für das leise Surren ohne Qualm aus Kaminen.

Dass hier alles so leise und umweltfreundlich zugeht, verdankt man Prinzregent Luitpold. Der hatte die Elektroboote bevorzugt. Und er verhinderte das Böllerschießen. Das machte man früher nämlich auf den Booten, um Touristen den Echoeffekt an der Watzmannwand zu zeigen. Seitdem bläst man dort auf den Booten lieber Trompete. Luipold allerdings dachte beim Böllerverbot mehr an die Tiere. Die nämlich wurden in seinem Jagdgebiet durch das Knallen verscheucht.

Endstation Salet

Boote gleiten übers Wasser

Vorbei an einem Wasserfall

Ach ja: das Tromeptenecho. Das ist weltberühmt und viele fahren extra deshalb mit dem Boot raus. Ich selbst hätte es auch gern gehört. Nur auf dem Boot, auf dem ich saß, gab es keinen Laut. Meine Nachfrage bei der Geschäftsführung der zuständigen Bayerischen Seenschifffahrt ergab: An diesem Tag hatte es „krankheitsbedingt“ Ausfälle gegeben. Darum war auf dem Boot keiner, der das Echo demonstrieren konnte, heißt es. Warum man das den Fahrgästen des Bootes nicht vor Abfahrt mitteilte, wird wohl ein Geheimnis der bayerischen Bootschefs bleiben. Schade. Ich denke mal, echte Profis handeln da anders. Aber: geschenkt.

Gemütlich gleiten die Boote durchs Wasser, ein Begleiter erzählt einige Infos zum See, die Passagiere staunen.

Wallfahrtskapelle Sankt Bartholomä und ein Biergarten

Auf Hälfte der Strecke liegt eine Halbinsel, darauf die Wallfahrtskapelle Sankt Bartholomä. Weiß und schön anzusehen vor der Bergkulisse. Wir verlassen das Boot. Zur Stärkung geht es in den Biergarten neben der Kapelle. Die Aussicht von der anderen Seite, nämlich hinter der Kapelle, gefällt mir allerdings besser. Hier kann man am Ufer sitzen und die gleitenden Boote beobachten.

Sankt Bartholomä

Ruhe am Königssee

Weiter geht es mit dem nächsten Boot. Wir fahren vorbei an einer einsam gelegen Wildhütte und einem Wasserfall. Wanderer und Spaziergänger sehen wir nicht. Kein Wunder, denn den Königssee kann man nicht zu Fuß umrunden. Es gibt keinen Weg dafür. Das Boot ist die einzige Chance nach Salet, so heißt die Endstation, zu gelangen.

Hier beginnen einige Wanderungen, andere gehen zum nahen Obersee. Wir begnügen uns mit dem Biergarten der Saletalm, einer Gastwirtschaft, und dem Blick auf Wiesen, Kühe und Berge, den man vom Ufer aus hat.

Am Nachmittag gleitet unser Boot wieder zurück nach Schönau. Wir hatten Glück. Das Wetter war erstklassig. Nicht nur, dass die Sonne schien und der ungetrübte Blick auf die Bergkulisse war möglich. Denn das gibt es hier nicht jeden Tag.

 

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