MPS in Köln: Ein Tag im Mittelalter – ein Spectacel voller Phantasie

Beim Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Köln dabei

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„Mittelalterlich Phantasie Spectaculum“, kurz MPS, heißt das Mittelalterfest bei dem ich am See in Köln-Fühlingen für einen Tag das Leben vor 800 Jahren erforschen will.

Schulter an Schulter mit einem Gaukler schlürfe ich meinen Becher Teufelsgebräu in der Drachenschänke? Von einer der Bühnen klingen mehrere Dudelsäcke im Metalsound. Später sitze ich zwischen Rittern, Hoffräulein im engen Leder-Mieder, ein schmutziger Bettler hinkt auf staubigem Weg vorbei. Was werde ich nun speisen? Knolle und Drachenspieß? Aus den zahlreichen Sorten Met eines Standes wähle ich das nächste Getränk des Abends. Eintauchen in ein fantasiereiches Mittelalterspektacel. Das geht. Ich habe es in Köln-Fühlingen getan.

MPS – ein  mittelalterlicher Wanderzirkus

Wie hätte für mich Tag im Mittelalter ausgesehen? Bestimmt nicht so, wie ich ihn erlebt habe. Zuletzt bei einem Mittelalterfest in Köln. Aber weil es nicht authentisch ist, heißt die Veranstaltung auch „Mittelalterlich Phantasie Spectaculum“ und ist ein „mittelalterlicher Wanderzirkus“.

Selbst nennt man sich „das größte reisende Mittelalter Kultur Festival der Welt“, kurz MPS. Von April bis Oktober tourt man durch Deutschland, ist an fast jedem Wochenende irgendwo anders im Land. Ein Festival mit Zelten, Ständen, Musikgruppen auf Bühnen, Gauklern, Darstellern und begeisterten (meist in mittelalterlicher Gewandung erscheinenden) Besuchern. Der Chef des Unternehmens, MPS gibt es schon seit 20 Jahren, heißt Gisbert Hiller. Auf sein Wort hören – je nach Veranstaltungsort – einige hundert „Darsteller“. Bis zu über 2000 können es sein. In Köln, am Fühlinger See, hat man diesmal die Zelte aufgeschlagen.

Über 60 Gruppen aus Hobby-Mittelalter-Darsteller bevölkern das Gelände. Die sogenannten Heerlager aus Zelten sind die „Wohnstätten“ der Mitwirkenden. Auf den Wegen zwischen Ständen, Zelten und Bühnen begegnet am Kreuzrittern und selbst Piraten, Land- und Stadtbewohnern in Leinenkleidern, Edelmänner in samtenen Gewändern, Gaukler und Spielleute, Bettler und selbst der Tod, Fabel- und Fantasiewesen – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Auch schwarz gekleidetes Volk aus Metal- und Gruftiszene ist darunter.

Auf einem Platz gibt es ein Fechtturnier (die Darstellertruppe kommt aus Tschechien), weiter hinten ein Ritterturnier mit Pferden. Die Shows der Gruppen sind schon gut. Als Höhepunkt springen die Ritter auf ihren Pferden durchs Feuer.

Saltatio Mortis, Omnia, Saor Patrol und Rapalje

Umlagert sind die Musikbühnen. Die Bands sind in der Szene bestens bekannt. Saltatio Mortis, Omnia, Saor Patrol und Rapalje. Hier gibt es keltischen Folk, Sackpfeifensound (Dudelsack), Trommelrhythmen, mittelalterliche Texte zu härterem Sound – alles was das Herz der Freunde mittelalterlicher Musik in der Szene des 21. Jahrhunderts begehrt.

Und wem das rege Treiben zu viel wird, der sucht sich einen Schattenplatz und beobachtet das Treiben auf dem riesigen Gelände. Zu viel gibt es dort zu sehen. Bis ins Detail liebevoll hergestellte Dekorationen, selbstgeschneiderte Kostüme und Stände mit mittelalterlichem Schmuck, Gewandungen, Lebensmittel (hier gibt es echten Furzlaib (Zwiebelbrot) und Met sowie Bier (Honigbier) jederlei Art. Zum Beispiel „Odins Trunk“ – ein gar köstliches Bier…

Oder man beobachtet Darsteller, Mitreisende und Besucher. Denn beim MSP geht man nicht. man schreitet. Man redet nicht. Man spricht. Etwas vornehmer und gern in der 3. Person. So wird der Tag zum Vergnügen, der Besuch zur Zeitreise. Alles muss man mit einem Augenzwinkern sehen. Dann hat man den meisten Spaß. Und etwas Fantasie und ein wenig Begeisterung für das Mittelalter sollte man schon haben.

Hier die Webseite: http://www.spectaculum.de/
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