Gedenkstätte Andreasstrasse | Erfurt

Im Zentrum von Erfurt, gleich am Domplatz, steht die Gedenkstätte Andreasstraße.

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Ein wenig mulmig ist mir in der Gedenkstätte Andreasstrasse in Erfurt schon. Oft geht man schließlich nicht in den Knast. Heute mach ich es, allerdings nur als Besucher in einem ehemaligen Knast. Es ist das ehemalige Stasi-Untersuchungsgefängnis in Erfurt. Heute heißt der Bau Gedenkstätte Andreasstraße. Drinnen erwartet mich eine Etage mit den Zellen, wie es hier bis 1989 aussah und auf zwei Etagen eine Ausstellung, die sich mit der DDR beschäftigt.

Das ehemalige Stasi-Gefängnis

Tafel an der Gefängnismauer

Gedenkstätte Andreasstrasse: Ein Ort deutscher Geschichte

Mit dem Fahrstuhl geht es hinauf in die Geschichte. Er bringt mich in die 3. Etage. Hier beginnt mein Knast-Erlebnis. Ein Gang mit Zellen. Die Zellentüren stehen offen. Dennoch kein angenehmer Anblick. Denn hier spüre ich den Atem der jüngsten deutschen Geschichte. Keine 30 Jahre ist es her, da waren hier Menschen wegen einer Meinung, eines Satzes, eines für uns heute unbedeutenden Handels eingesperrt.

In dieser Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der DDR waren insgesamt mehr als 5000 Menschen inhaftiert – weil sie sich dem Regime widersetzt hatten. Da ist der Verhörraum. Da wo man auf einem Stuhl dem scharfzüngigen Stasioffizier gegenüberssass. Daneben Haftzellen. Eine zeigt die Liegen, die in den 50er und 60er Jahren zur Ausstattung. Ein Toiletteneimer steht neben der Tür.

Durch dieses Fenster hatte der Wachmann die Zellen im Blick

Gefängnisgang

Liegen aus den 50er und 60er Jahren

Der obligatorische Türspion

Rechts und links vom Gang liegen die Zellen. Obligatorisch der Türspion, durch den die Wachleute die Gefangenen beobachten konnten. Einige Zellen sind eingerichtet, so wie zu DDR-Zeiten. Für die Auffälligen gab es eine Zelle mit Extra-Gittertür und schallisolierten Wänden. Am Ende des Ganges der Gemeinschaftsduschraum.

Am 4. Dezember 1989 besetzten Erfurter die Bezirksverwaltung der Staatssicherheit in der Andreasstraße. Es war das Ende des Stasiknasts.

2013 wurde hier eine Dauerausstellung eröffnet, in der es um Haft, Diktatur und Revolution geht.

Zellengang in der 3. Etage

Die meisten Türen stehen offen

Vergitterte Fenster

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