De Efteling-Chef Dr. Bart de Boer im Interview

Dieses Interview mit Dr. Bart de Boer, damals Vorstandsvorsitzender von Efteling, führte ich im Frühjahr 2009

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Dr. Bart de Boer ist seit 2008 Vorstandsvorsitzender von Efteling, dem größten Familien-Freizeitpark der Niederlande. 3,2 Millionen Besucher zählte Efteling in der Saison 2008. In dem schaffte der Park sogar ein Besucherplus von 25 Prozent. Efteling nähert sich damit der 4 Millionen-Grenze und greift nach dem Platz des zweit meist besuchten Freizeitparks in Europa. Anlässlich der Eröffnung des Ferienparks „Efteling-Village Bosrijk“ sprach ich mit dem Efteling-Chef.

Mein Interview mit Efteling-Chef Dr. Bart de Boer (links)                                                                                                                                                                                                           
In 15 Monaten Bauzeit wurde Bosrijk ziemlich schnell erbaut. Wie lange war die Planungszeit? 
Bart de Boer: Fast 20 Jahre, eine wirklich lange Zeit. Aber in den Niederlanden geht es manchmal nicht so schnell, sondern manches braucht seine Zeit. Es war vor allem die umweltverträgliche Planung von Bosrijk, die so lange gebraucht hat. Denn die Umweltverträglichkeit unserer Bauten ist etwas, auf das wir auch großen Wert legen. Und darauf sind wir auch stolz. Wir führen ja ständig Befragungen bei unseren Gästen durch, wie sie Efteling bewerten. Auf der Skala von 1 – für schlecht- bis 10 – für sehr gut – erhalten wir von unseren Besuchern beim Punkt „Natur in Efteling“ eine 9.
Efteling hat 52 Millionen Euro in Bosrijk investiert. Wie lange werden Sie brauchen, bis Sie mit dem Ferienpark Gewinn erwirtschaften? 
Bart de Boer: Ich denke fünf bis zehn Jahre. Aber in dieser Zeit investieren wir ja weiteres Geld in neue Bauten. Aktuell bauen wir die Achterbahn Georg und der Drache, die 2010 fertig sein wird, und das Eventcenter Ravelijn, im Stil einer mittelalterlichen Burganlage. Die Fertigstellung ist hier 2011 geplant. Zusammen mit Bosrijk investieren wir damit zurzeit rund 100 Millionen Euro.
Haben Sie keine Angst, dass sich Efteling damit finanziell überhebt? 
Bart de Boer: Nein. So seltsam es sich anhört, aber wir profitieren von der Wirtschaftskrise. Die Menschen kommen hierher, weil sie auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten etwas Vergnügen, Spaß und Freude suchen. Wir hatten allein im letzten Jahr 25 Prozent mehr Besucher als im Vorjahr. Zudem ist Efteling in den Niederlanden Teil des Lebens, das heißt: für einen Niederländer gehört ein Besuch bei Efteling zum Leben dazu. Und im Fall von Bosrijk: Hier haben uns Gutachten die großen Chancen dieser Ferienparkanlage gezeigt.
Sie haben jetzt die alte Holzachterbahn Pegasus abreißen lassen. Auf dem Gelände entsteht eine neue Achterbahn. Gehen Sie jetzt den Weg etlicher anderer Freizeitparks, die alte Attraktionen abreißen, um neue zu bauen? 

Bart de Boer: Nein, nein. Das war das erste und letzte Mal, dass wir eine Attraktion abgerissen haben.



Aber der Abriss war aus baulichen Gründen notwendig., Pegasus, so der Name der alten Bahn war schon sehr alt und ein weiterer Betrieb war aus Sicherheitsgründen nicht mehr möglich. Aber die neue Achterbahn „Georg und der Drachen“, die wir jetzt bauen, ist auch eine Holzachterbahn. Nur viel größer und spektakulärer. Aber lassen Sie sich überraschen…

Große Achterbahn – das hört sich zunächst ja nach einem neuen Weg für Efteling an… 
Bart de Boer: Nein. Wir werden nie dem Trend des „schneller, größer, spektakulärer“ folgen. Nur eben, eine schöne Achterbahn gehört zu einem Freizeitpark einfach dazu. Im Unterschied zu anderen Freizeitparks betten wir alle Attraktionen – auch diese neue Achterbahn – in eine Geschichte ein. Um es kurz zu sagen: Nein, wir werden nie ein Park mit der Zielgruppe der 14- bis 20-jährigen werden, sondern immer ein Park für die ganze Familie sein.
Gibt es denn schon weitere Pläne für Efteling, die über die jetzt genannten Attraktionen hinausgehen? 
Bart de Boer: Aber natürlich. Unsere Pläne reichen bis 20 Jahre in die Zukunft. Der Park wird ständig erweitert werden, denn wir haben hier keine Platzprobleme. Als nächstes könnte ich mir vorstellen, dass wir den derzeitigen Parkplatz verlegen und dort neue Attraktionen bauen. Aber was, das verrate ich jetzt noch nicht.
Das Interview führte ich im Dezember 2009
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