Erfurt: 70 Stufen zum Dom & ein Graf mit 2 Frauen

Der Erfurter Dom und Sankt Severi, das sind die beiden Kirchen auf dem Domberg, die den Aufstieg über 70 Treppenstufen lohnen

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Diese 70 Stufen zum Dom in Erfurt müssen Sie hochsteigen. Es sind die Treppenstufen, die vom Domplatz hoch führen. Denn der Dom am Ende der Treppe lohnt aus der Nähe gesehen zu werden. Und innen ist er ebenfalls interessant. Zumal es hier auch einen Grafen mit 2 Frauen zu finden gibt.

Der Erfurter Dom  ist der älteste Kirchenbau in Erfurt. Über 80 Meter ist er hoch auf dem Domberg und dominiert oben auf dem Hügel gelegen das Bild der Innenstadt. Der heutige Dom mit hochgotischem Chor und romanischem Turm ist Nachfolger einer frühen Kirche von 724. Zwei Jahre zuvor hatte Bonifatius das Bistum Erfurt gegründet.

Direkt neben dem Dom liegt die Severi-Kirche.

Das Domportal

Der Dom in Erfurt hat die größte freischwingende Glocke der Welt

Der Dom besitzt übrigens mit der Gloriosa die größte freischwingende mittelalterliche Glocke der Welt. Neben dem hübschen Portal ist auch der Innenraum sehenswert. Nicht entgehen lassen darf man sich das Chorgestühl.Es gehört zur originalen Raumausstattung: 89 Sitze in zwei Doppelreihen aus Eichenholz. Der Hochaltar stammt aus dem 17. Jahrhundert. Aus dem 12. Jahrhundert eine Stuckmadonna vor dem Altarbereich.

Im Dom

Der Hochaltar mit Chorgestühl

Die Stuckmadonna aus dem 12. Jahrhundert

Gegenüber dem Eingang ist in der Seitenwand ein Grabmal. Darauf zu sehen ist der Graf von Gleichen mit 2 Frauen. Es gibt die Legende, dass der Graf tatsächlich 2 Frauen hatte, mit denen er hier beerdigt wurde.

Der Graf von Gleichen mit seinen zwei Frauen

Er nämlich war ein Kreuzritter und heiratete, obwohl in Erfurt verheiratet, auf dem Kreuzzug eine weitere Frau, brachte sie mit nach Erfurt und lebte hier mit beiden…  Das ist allerdings Quatsch. Seine erste Frau war gestorben, also heiratete er ein weiteres mal. Diese beiden Frauen liegen mit dem Grafen im Grab. Das jedenfalls sagen heute Historiker.

Ziemlich groß, der Domplatz hier in Erfurt. Die Häuser der Altstadt stehen sonst ganz eng zusammen, nur hier ist viel Platz. Das sind die Folgen eines Brandes. Unterhalb der Severikirche gab es früher ein kleines Viertel „Vor den Graden“ – vor den Stufen, hieß es. In der Völkerschlacht 1813 brannte das Viertel ab. 100 Häuser waren das – es blieb dieser Platz, der nie wieder bebaut wurde. 3,5 Hektar ist der Domplatz jetzt groß. Bis zu 80.000 Menschen passen hier drauf.

Der Domplatz hat zwei Besitzer

Die Erfurter Altstadt hat übrigens zwei Besitzer. Wo Basalt liegt, ist alter Domplatz – und der gehört der katholischen Kirche. Wo Beton ist, stand mal das abgebrannte städtische Viertel. Es ist dadurch auch keine keine gerade Linie, die beide Bereiche trennt

Vom Domberg geht der Blick über den Domplatz

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