Spionagetunnel im Alliierten Museum Berlin

In Berlin Zehlendorf liegt das Alliierten Museum, das an die Jahre 1945 bis 1994 erinnert und interessante Ausstellungsstücke zeigt

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Will man aus der Geschichte Berlins erzählen, kommt man um ein Kapitel nicht herum: Es sind die Jahrzehnte der Sektoren, der Besetzung und Verwaltung durch Amerikaner, Briten, Franzosen und Russen, die Grenze und der Mauer zwischen Ost und West. Von den Jahrzehnten, in denen Berlin in vier Sektoren eingeteilt war, erzählt das Alliierten Museum in Berlin-Zehlendorf.

Etwas vom Zentrum abgelegen liegt das Alliierten Museum mitten im ehemaligen US-Sektor. Hier an der Clayallee lebten die Soldaten und die Familien der amerikanischen Garnison.
Mittendrin lag das Hauptquartier von General Lucius D. Clay, nach dem die Straße benannt ist, das Einkaufszentrum Truman Plaza und das Gebäude des AFN, der früher auch bei Deutschen beliebte Rundfunksender American Forces Network.

Das AlliertenMuseum in Berlin

Die amerikanischen Soldaten haben inzwischen Berlin verlassen, das Gelände wurde Wohngebiet. Ein Areal aber erinnert weiter an Amerikaner, Briten und Franzosen: das Alliierten Museum.

Von der Bushaltestelle der X83 sind es nur ein paar Meter und man steht vor dem Museumsgelände. Das ist in drei Bereiche unterteilt: dem ehemaligen Kino Outpost, der Nicholson-Gedenkbibliothek und einer Freifläche zwischen beiden Gebäuden. Der Eintritt ist frei. Hauptsächlich dreht sich hier alles um die US-Amerikaner in Berlin, von Briten und Franzosen stammen nur wenige Ausstellungsstücke.

Alliierten Museum: Ausstellung im US-Kino

1998, zum 50. Jahrestag der Berliner Luftbrücke, wurde das Alliierten Museum eröffnet.

Teil 1 befindet sich im ehemaligen Kino Outpost. Alleine schon das Gebäude ist sehenswert. Ein Kino von außen im Stil der 20er/ 30er Jahre mit Foyer und einer Hinweistafel über dem Eingang zum Kinosaal, dass beim Abspielen der Nationalhymne der Einlass nicht gestattet ist. Schlechte Zeiten für Zuspätkommer, denn US-Kinovorstellung begannen mit dem Spielen der Nationalhymne. Der amerikanischen natürlich.

Das Kino übrigens war von der Technik her, das damals modernste US-Kino in Europa.

Kein Einlass, während die Nationalhymne gespielt wird

Sitze und Leinwand sind heute entfernt, der Orchestergraben existiert noch.

Als das Leben wieder begann

In Teil 1 geht es um die Jahre 1945 bis 1950. Für die Berliner sicherlich eine schwere Zeit. Exponate und Fotos vom Einmarsch der Alliierten, den Entnazifizierungen, dem Aufräumen in der zerstörten Stadt, dem Wiederbeginn des normalen Lebens, führen durch die Zeit. Ein Militärjeep, Uniformen, Ton-Dokumente, Urkunden, Zeitungsartikel sind Zeitzeugen in der Ausstellung. Natürlich ist auch die Zeit der Luftbrücke Thema. Alte Filme, Fotos und Dokumente erinnern an die Blockade West-Berlins.

Checkpoint Charlie und Spionagetunnel

Die Jahre 1951 bis zum Abzug der Armee 1994 sind Thema in Teil 2. In den Räumen der Gedenkbibliothek gibt es die beiden wohl interessantesten Ausstellungsstücke. Einmal ist es die Fassade des ersten Wachhäuschens vom Checkpoint Charlie, dem wohl bekanntesten Übergang von Ost- nach West-Berlin zur Zeit des Kalten Krieges. Und es gibt ein wenige Meter langes Stück des Spionagetunnels, den die Amerikaner von der Grenze rüber auf russisches Territorium bauten, um dort Telefonleitungen anzuzapfen. Ein Riesenskandal als es rauskam. Inzwischen Geschichte.

In einem Teil des Gebäudes zeigen Fotos, wie es in der US-Kaserne zuging, auch mit Bildern vom Familienleben in der Garnison und der Logistik, die zur Versorgung der Amerikaner nötig war.

Jeep Willys MB von 1944

Auf der Fläche zwischen den beiden Gebäuden gibt es die größten Ausstellungsstücke. Im Mittelpunkt steht einer der britischen Flieger, der während der Luftbrücke im Einsatz war. Daneben gibt es einen französischen Zugwaggon, der Soldaten von Frankreich nach Berlin transportierte, das letzte Wachhäuschen vom Checkpoint Charlie (das Original!) und einen kleinen Teil der Berliner Mauer mit Wachturm.

Der Spionagetunnel

Das Alliierten Museum gibt einen guten und interessanten Einblick in dieses Kapitel der Geschichte Berlins. Demnächst soll es nach Tempelhof umziehen. Leider kann dabei die Outpost nicht mitgenommen werden. Was dann aus dem sehenswerten Gebäude wird, ist offen.

 

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