Nach Lüneburg der Roten Rosen wegen

Die Serie Rote Rosen wird seit 2006 in Lüneburg gedreht

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In Lüneburg wird seit 2006 die ARD-Serie „Rote Rosen“ gedreht. Ein Besuch in der Hauptstadt der Lüneburger Heide führt zu den Drehorten der Serie.

Montag bis Freitag, zwischen 14 und 15 Uhr, sind sie nicht erreichbar. Nicht am Telefon, nicht für Verabredungen und erst recht nicht für die Botschaften anderer Fernsehsender. Denn in der Woche ab 14 Uhr zeigt die ARD ihre Telenovela „Rote Rosen”. Und sie sind die Fans der Serie. Seit 2006 läuft „Rote Rosen”. 1,7 Millionen gucken die Geschichten von Liebe, Tragik, Heimlichkeiten, Verrat und Freundschaften täglich. Und die Zielgruppe ist klar: Frauen über 40. Gedreht wird „Rote Rosen” in Lüneburg. Dort stehen die Studios des NDR. Und die Location für die vielen Außendrehs sind ebenfalls da: die Stadt Lüneburg.

Die Verwaltung unterstützt die Drehwünsche der Serienmacher wo sie können. Und die Stadt profitiert davon. Vor allem im Bereich Tourismus. Denn schon längst hat der Strom jener Lüneburg-Besucher eingesetzt, die wegen der Roten Rosen in die nette Hansestadt reisen. Sie wandeln auf den Spuren der Serie, besuchen die Drehorte. Schon längst bietet der Lüneburger Tourist Service Stadtführungen zu den Drehorten an.

Rote Rosen-Dreharbeiten in der Innenstadt

Besonders reizvoll ist es, die Dreharbeiten in der Stadt zu beobachten. Das ist gar nicht so schwer. Denn mindestens zwei Mal in der Woche wird in den Straßen der Stadt gedreht. Und mit etwas Glück ist der Besucher plötzlich Teil der Filmaufnahmen. Denn Passanten und Cafébesucher als Komparsen sind hier gern gesehen.

Dreharbeiten am Stint

Anlaufpunkt für die Rote Rosen-Fans ist das Hotel Bergström. Die insgesamt sieben liebevoll restaurierten Gebäude bilden ein Ensemble im Wasserviertel der mittelalterlichen Salzstadt. Das Hotel Bergström ist ein 4-Sterne-Superior-Haus. Sie verteilen sich über Jahrhunderte alte Wassermühlen, Wassertürme und Speicher, die sich malerisch um den historischen Hafen der 1000 Jahre alten Hansestadt gruppieren.

Am Hotel „3-Könige“

In der Serie heißt das Hotel Bergström natürlich anders: „Hotel Drei Könige”. Die Außenaufnahmen der Gebäude und den Eingangsbereich kennt jeder Rote-Rosen-Fan. Zwar werden die Innenaufnahmen in den Lüneburger Studios gedreht – doch das „Hotel Drei Könige” hat als Dreh- und Angelpunkt der Serie (irgendwie dreht sich vieles um das Hotel, dessen Mitarbeiter und Gäste; auch wenn ”man” sich nur zum Kaffee oder Abendessen dort trifft) Kultstatus.

Hier am historischen Hafen „Am Stint”, umgeben nicht nur von den genannten Gebäuden des Hotels, sondern auch von Restaurants und Kneipen, dreht die Filmcrew gern Außenszenen. Denn der alte Kran am Hafen, die Terrassen der Restaurants und die Holzbrücken über Wehr und See geben herrliche Motive zum Szenendreh. Bilder mit Wiedererkennungseffekt für die Fernsehzuschauer.

Hier wird jetzt gedreht

Immer wieder mal zeigen rot-weiße Markierungen und Security-Kräfte in Warnweste an, dass hier gedreht wird. Nur Autos werden an den Absperrungen umgeleitet. Passanten können vorrücken, stehen plötzlich inmitten des Teams, das gerade eine Rote Rosen-Szene dreht. Fürs Catering reicht dem Team eine unauffällige Imbissbude in einer Seitenstraße; irgendwo steht – zwischen Transportern – ein Zelt, das als Garderobe dient. Funksprechgeräte quäken, Schienen zeigen, dass die aufgebaute Kamera gleich eine kurze Fahrt machen wird. Dazwischen junge Frauen mit Skriptblättern, ein aufgeregt gestikulierender Regisseur, Mikrofonhalter, Beleuchter, Kameramann – und was sonst noch zu einem Filmteam gehört.

In der Innenstadt

Und natürlich die Schauspieler. Gesichter, die jeder der Fans kennt. Dort stehen die Hauptdarsteller, das Paar der aktuellen Staffel im Rosenhaus, ein weiterer Ort, um dessen Bewohner sich die Serienhandlung dreht. „Drei-Könige-Chef“ Gunter Flickenschild (Hermann Toelcke) probt eine Szene und auch „Ärztin” Britta (Jelena Mitschke) probt eine Szene mit Maria Fuchs, die bei Rote Rosen Carla Saravakos heißt, auf einer der Cafèterrassen am Hafen…. Der Fan kann sich nicht satt sehen. Und ist unerwartet mit einem Mal Teil des Films.

„Wenn Sie hier sitzen bleiben möchten, sind Sie im Bild”, sagt einer der Regieassistenten zu Cafébesuchern. Sie dürfen allerdings an ihrem Platz bleiben, während die Kamera auf die Darsteller am Tisch daneben eingestellt wird. Nur während der Aufnahme aufstehen und weggehen sollen sie nicht, sagt der Regieassistent. Fotografieren sollen sie aber bitte außerdem nicht. Und mal in die Kamera gucken? Kein Problem, lautet die Antwort.

Wasserturm, Schule und Salzviertel

Ob in Nebenstraßen oder auf dem Marktplatz mit dem eindrucksvollen Rathaus im Hintergrund oder im Garten des Verwaltungsgebäudes, am Wasserturm, vor einer Schule, im Salzviertel, an der Nicolaikirche – fast überall in der Stadt kann man auf die Filmcrew samt der Schauspieler treffen.

Auch außerhalb der Stadt. Das „Rosenhaus” liegt im Ortsteil Adendorf. Ein normales Wohnhaus, dessen Bewohner ihren Garten und Terrasse für Aufnahmen zur Verfügung stellen. Ebenso im Ortsteil Bardowick, wo Szenen am Haus des Schleusenwärters an der Ilmenau gedreht wurden. Und in Melbeck. Die dortige Wassermühle diente ebenso für Außenaufnahmen wie ein Bauernhof in Neetze, in der Serie das Gut des „Hotelbesitzers”.

Drehort Kloster Lüne

Seit neuestem dreht man auch am Kloster Lüne bei Lüneburg. Herrliche Aufnahmen der Gebäude und im netten Kräutergarten locken schon jetzt Rote-Rosen-Fans in das ehemalige Benediktinerinnenkloster aus dem 12 Jahrhundert. Heute ist das Kloster übrigens ein Damenstift mit dazu gehörendem Gästehaus.

„Guck mal”, sagt eine Klosterkurg-Besucherin und stößt ihre Nachbarin an. Am Nebentisch hat Brigitte Antonius Platz genommen. In der Serie ist sie die Johanna Jansen. Die 77-Jährige Österreicherin – sie ist seit der ersten Folge bei Rote Rosen dabei – hat bei den Fans Kultstatus. Im Klosterkrug, dem Café-Restaurant am Klosterhof, trifft man – wie übrigens überall in Lüneburgs Straßen und Restaurants – immer mal wieder auf Schauspieler der Serie, die hier gerne ihre Freizeit verbringen. Denn nicht alle aus der Rote-Rosen-Crew wohnen im nahen Hamburg.

Für die Lüneburger selbst ist das alles wenig aufregend. Weder die oft unerwarteten Dreharbeiten in der Stadt noch die Schauspieler, die plötzlich mit der Einkaufstüte in der Hand aus dem Supermarkt kommen, in der Kneipe am Nebentisch sitzen oder im Geschäft mit an der Kasse stehen. Lüneburg und Rote Rosen – man hat sich aneinander gewöhnt. Und die Gäste der Stadt freut es.

 

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