Zwei Piers in Brighton | Südengland

Die beiden Piers, Seebrücken, in Brighton/ Südengland sind sehenswert. Auf einem ist ein kleiner Freizeitpark, das ältere ist eine Ruine

Teilen
Die beiden Piers in Brighton/ Südengland sind sehenswert. Auf einem ist ein kleiner Freizeitpark, das ältere ist eine Ruine.  Am Strand tummeln sich lautstark deutsche Sprachschüler. Sie besuchen hier Schulen, in denen die englische Sprache besser vermittelt werden soll. Durch die Straßen von Brighton, dem ehemals bekannten und angesehen südenglischen Seebad, schieben sich Touristenmassen, die Straßen sind voll mit Autos und Bussen. An das mondäne Seebad erinnern heute, neben den Hotels in Strandnähe, noch die beiden Piers. Eines ist ein Rummelplatz, das andere verfällt und ist Ruine.

Brigthon in Südengland

Die Piers in Brighton: Vergnügungsorte auf dem Meer

Piers, Bauwerk auf Stahl-Pfählen, unter denen das Wasser hindurch fließen kann, dienten in Südengland in vielen Seebädern als Plattform über dem Wasser, auf der Vergnügungsorte entstanden. Sie waren für die reichen Londoner gebaut, die mit Zügen an den Ärmelkanal fuhren, um dort Seeluft zu genießen. Man ging um 1860 nicht Baden, fuhr stattdessen mit einem Boot auf das Wasser, denn die See wollte man nicht berühren.

1863 wurde in Brighton die Brighton West Pier Company gegründet, die für 35.000,- Pfund ein Pier bauten: Ein langer Steg, an dessen Ende sich eine Plattform mit Holzgebäuden befand. Ärzte empfahlen die Pier, da auf dem Wasser die Luft gesünder sei. Musikkapellen unterhielten die Gäste auf der Pier, es gab Toilettenhäuschen, dann, ab 1892, einen zweistöckigen Pavillon im viktorianischen Baustil, in dem 1200 Besucher Platz fanden. Drinnen gab es gastronomische Betriebe, einen Theatersaal und draußen einen Anleger, von dem aus Ausflugsfahrten starteten.
Vom Pier aus blickt man zum Strand mit dem Riesenrad

Das Pier war so erfolgreich, dass man in Brighton einen weiteren baute, den Royal Suspension Chain Pier.

Von der Unterhaltung zur Kirmes

Nach dem 2. Weltkrieg änderte sich das Publikum in den Seebädern. Die betuchten Touristen blieben aus – das Partyvolk der 70er eroberte Brighton. Das hatte auch Folgen für die Piers. Das Westpier wandelte sich vom vornehmen Unterhaltungspier zur Kirmes.

Das ältere Pier ist nur noch eine unerreichbare Ruine
1975 wurde der Westpier geschlossen. Mehr und mehr verfiel die einstige Attraktion (die Betreibergesellschaft hatte kein Geld für eine Restaurierung), bis 2002 und 2004 ein Sturm und ein Brand dem Westpier den Todesstoß gaben. Heute ragen nur noch die Stahlgerüste des Pavillons in die Höhe, die Brücke selbst ist verschwunden. Um auch den Rest abzureißen fehlt das Geld – stattdessen plant man derzeit einen 150 Meter hohen Aussichtsturm anstelle des Pavillons.

Entlang der Cafés flanieren…

Geisterbahn und Spielhöllen

Brighton Marina and Palace Pier (genannt Brighton Pier), der jetzt anstelle des inzwischen kaputten Royal Suspension Chain Pier steht, ist heute Rummelplatz mit Spielhöllen, Achter- und Geisterbahn, Wildwasserbahn, Karussells. Ein Pavillon, in dem Veranstaltungen stattfinden könnten dagegen steht leer. Den jungen Leuten und den Touristenfamilien von heute gefällt es.

Am Ende des Pier gibt es einen kleinen Freizeitpark/ Rummelplatz
An einer Stelle der Brücke kann man Liegestühle aufstellen, sich hinlegen und aufs Meer schauen. Wenn es Augenblicke gibt, in denen nicht das Rattern, Knallen und Pfeifen aus den Spielhallen über den Pier schallt, könnte man eine Vorstellung von der Welt bekommen, in denen die Piers noch Orte der Ruhe und Erholung waren.

Teilen

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

You may use these HTML tags and attributes:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Scroll Up