Verborgene Höfe in Lüneburg

Bei einer Sonderführung in Lüneburg kann man verborgene Innenhöfe in der Altstadt entdecken.

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Einmal das unbekannte Lüneburg sehen? Einmal hinter sonst verschlossene Tore blicken? Das kann man bei einer Sonderführung durch die „verborgenen Hinterhöfe“ in der Stadt.

Das sehen, was sonst im Verborgenen hinter hohen Mauern und verschlossenen Toren liegt, verspricht Adelheid Person. Die Gästeführerin in Lüneburg will den Teilnehmern an der Sonderführung durch die historischen Lüneburger Innenhöfe verborgene Schätze zeigen. Das, was Touristen in der Salzstadt am Rande der Lüneburger Heide sonst nicht zu sehen bekommen.

Durch Lüneburger Hinterhöfe, einige sind für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, führt die Tour. Die Führung beginnt an der Reitenden Dienerstraße. Hier steht Lüneburgs vielleicht erstes Reihenhaus. Im 16. Jahrhundert wurde es für die „Reitenden Diener der Stadt“, die unter anderem die Kurierdienste für die Ratsherren übernahmen, gebaut.

Hinter dem Haus, das vorne von Schmucksteinen geziert wird, erwartet uns ein – öffentlich zugänglicher – Hinterhof, umbaut mit Fachwerkhäusern. Krumm und schief würde man das heute nennen – in Wirklichkeit im 16. Jahrhundert zeitgemäß – ohne jeglichen Komfort errichtet. Selbst die Stockwerke waren so niedrig, dass man gebückt gehen musste. Heute befindet sich in den Häusern eine Jugendeinrichtung.

Das Tanzhaus

Doch dann geht es in das „unbekannte Lüneburg„. In einem umbauten Hof – die Hauswand zur Straße ist aus Stein gebaut, hinten war aus Finanzgründen Fachwerk angesagt – erwartet uns ein Tanzhaus, 1593 als Anbau zu den Wohngebäuden errichtet. Hier wurde gefeiert, wenn Feiern anstanden. Und das war in Lüneburg wohl öfters der Fall, denn Tanzhäuser hatten viele der von durch den Salzhandel im Mittelalter reich gewordenen Bürger der Hansestadt.

Im idyllischen Hinterhof

Anders und kleiner der nächste Hinterhof in der historischen Innenstadt. Der Besitzer hat das 1523 errichtete Haus inmitten der engen Straßen und Gassen in jahrelanger Arbeit restauriert und hier zudem einen idyllischen Hinterhof mitsamt der alten Pflastersteine wieder erschaffen. Das Gegenbeispiel ist am Nebenhaus zu beobachten -Leicht verfallen und eine gewaltige Aluminiumröhre außen an der Hauswand. Da kommt keine Stimmung auf.

Weiter führt Adelheid Person die Gruppe zum Brömse-Haus – es ist eines der ältesten Bürgerhäuser Lüneburgs (heute Sitz der Deutsch-Baltische Gesellschaft) – und zum Hospiz zum Roten Hahn. Im 16. Jahrhundert errichtet lagen hier die Wohnungen einer Stiftung, die ehemaligen Dienstmädchen im Alter ein neues Zuhause boten. Die Wohnungen und kleinen Häuser sind rund um den Innenhof gedrängt. Ein heute romantischer wirkender Ort – damals aus Not und wegen der Armut errichtet.

Unweit des Hofes sieht man erhaben den Kirchturm von Sankt Johannis. Ihn erblickt man von fast überall in Lüneburg – die Hinterhöfe aber werden, wenn der letzte Teilnehmer der Führung ihn verlassen hat, wieder verschlossen und unsichtbar sein.


 

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