Cotehele House | Eingerichtet wie im Mittelalter | Cornwall

Cotehele House bei Plymouth wurde von den Besitzern absichtlich im Stil des Mittelalters eingerichtet

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Wir erreichen Cotehele House knapp zehn Kilometer nördlich der Stadt Plymouth in Cornwall.

Es gibt Herrenhäuser in Cornwall, deren Mauer uralt sind. Meist legten die Besitzer darauf Wert, die Inneneinrichtung der jeweiligen Zeit entsprechend modern bzw zeitgemäß zu gestalten. Nicht so im Cotehele House. Dort legten die Besitzer Wert darauf, dass alles möglichst alt aussah. Denn damit wollten sie auch optisch unterstreichen, dass sie eine alte, bedeutende Familie war.

Cotehele House wirkt fast gespenstisch

Wie fast überall in Cornwall geht die Anfahrt zum Herrenhaus Cotehele über schmale, gewundene Straßen. Wir fahren in das Tal des Flusses Tamar. An einer Bootsanlegestelle, die zu Cotehele gehört, führt nun die Straße steil bergan auf das Gelände des Hauses. Cotehele gehört dem National Trust und so sind (obligatorisch) Parkplatz und Tearoom vorhanden. Letzterer befindet sich in der ehemaligen Scheune. Eine Seitentür führt in den Innenhof, an dem sich Cotehele House befindet.

Bei Nieselregen oder Nebel wirkt das Haus fast gespenstisch. Man meint, gleich komme der Hausgeist aus einem Fenster des befestigten Herrenhauses geschwebt. Wir befinden uns auf einer hohen Klippe über dem Fluss Tamar.

Cotehele ist ein im Tudorstil erbautes Herrenhaus aus Granit und Schiefer. Das Haus war fast 600 Jahre lang im Besitz der Familie Edgcumbe. Es gilt als eines der am wenigsten veränderten mittelalterlichen Herrenhäuser Englands.

In der guten, alten Zeit

Zwischen zwischen etwa 1750 und 1860 hat die Familie Edgcumbes, die insgesamt 600 Jahre lang Besitzer des Hauses war, hier alles so eingerichtet, wie es nun ausschaut. Wir befinden und im Mittelalter, in dem, was für die Edgcumbes die „gute, alte Zeit“ gewesen sein muss.

Architektonisch ist das Haus ein riesiger Mischmasch der Jahrhunderte. Hauptsächlich wurde es in der Tudorzeit erbaut, die Kapelle stammt dagegen von 1411. Fast so alt ist die große Halle, die wir als erstes betreten. Sie stammt von 1485. Ein riesiger Kamin an der Wand, Rüstungen, Fahnen, Speere und Schwerter führen uns in die mittelalterliche Welt.

Wandteppiche und Eichenmöbel

Die Privaträume sind dunkel. Das liegt nicht nur an den kleinen Fenstern, sondern auch an den alten wuchtigen Eichenmöbeln. Und an den Wandteppichen rundum. Es ist eine reiche Sammlung von Brüsseler und Antwerpener Tapisserien, die wir hier bewundern. Notlösungen gab es auch: im Speisesaal zum Beispiel wurden zwei Wandteppiche mit verschiedenen
Motiven so zusammengenäht, dass sie wie ein großer Wandteppich wirken.

In der Küche gibt es einen drei Meter langen Herd aus der Tudorzeit sowie einen in der Wand eingelassenen Ofen. Herd und Ofen hat man 1946 noch benutzt.

Die Leiter zum Bett

Die Treppe rauf und wir befinden uns in den Privatgemächern. Auch hier ist es mittelalterlich dunkel und eng. Neben einem hohen Bett gibt es eine kleine Leiter zum ins Bett steigen.

Fasziniert bin ich von ein paar Knochen in der großen Halle. Es sind die beiden Kieferknochen eines Wals, der 1875 hier am Strand angespült wurde. Zweieinhalb Meter sind sie lang. Der damalige Hausherr ließ die beiden Knochen rechts und links der Tür anbringen. Eine eigentlich geniale Dekoration…

Draußen geht es durch den Valley Garden hinunter zum Fluss. Hier befindet sich der Cotehele Quay. Im 19. Jahrhundert war das eine belebte Industrie- und Hafenanlage, heute ist es ein Museum. Hier gibt es eine Wassermühle, Schmiede, Werkstätten und am Ufer ankert die Shamrock, ein 1899 gebauter, 17 Meter langer Frachtsegler.

 

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